»LANDED, 20 X«  (sprich: Landed, twenty times)


Telemach Wiesinger ist zum einen Photograph, zum anderen Filmemacher und nicht zuletzt Sammler! Er photographiert am liebsten in Themen:
Serien von Endpunkten der europäischen Westküste resultierten im »FINISTERRAE«-Projekt, sowie Portraitreihen von zeitgenössischen Komponisten oder Jazzmusiker/innen, Bildersammlungen von Flugzeugtragflächen vor unendlichen Horizonten für »WINGS« und andere Projekte. »LANDED 20 X« ist auch eine solche Sammlung.

Als Photograph viel unterwegs, entschloss er sich 1999/2000 (und in der Fortsetzung 2002) auf jede Reise eine Rolle 30,5-Meter Filmspule mitzunehmen, um einen Ort und Darsteller (FOUND ACTORS!) zu wählen und das Zeitintervall von 2 Minuten und 45 Sekunden einzufangen.
Gemeinsam mit dem Filmemacherkollegen und Cutter Wolfgang Lehmann wurden 16 Episoden ausgewählt und mittels der Montage zu einem imaginären Raum verbunden.

»LANDED« dokumentiert dabei weder EINE Reise, EINE Stadt oder EIN Land, sondern EIN Auge EINES Reisenden in Tagebuchfunktion. Der einstündige Film zeigt die Sichtweise des Photographens Telemach Wiesinger und erzählt durch die Objekte und Subjekte seiner Wahl und handelt damit von dem ästhetischen Empfinden des Filmautors.

Dieses Filmpoem verglich der amerikanische Künstler Mario M. Müller mit der japanischen Reimform eines Haikus und steuerte seine »ORION SERIES« bei. Seine Schlüsselskulpturen versinnbildlichen das rätselhafte Spiel mit Wiesingers Schauplätzen, Dingen und Figuren in »LANDED 20 X«: »Die Welt ist ein System von Zeichen: wir haben die Freiheit sie zu deuten, und setzen das Puzzle jeder für sich zusammmen.«

»LANDED 20 X« schafft einen neuen Raum und wird irgendwo im »Nowhere Land« stehen, ohne etwas »verkaufen zu wollen«: weder die unterhaltende Kinoerzählung, noch ein Lebensgefühl oder eine Mode, noch bezieht dieser Experimentalfilm Stellung zu Politik oder einer sozialen Frage. Denn dieses Bildergedicht entwickelt eine imaginative Leere für Erinnerungen und Gedanken, sowohl des Filmautors als auch des Filmbetrachters. »LANDED 20 X« ist ein Entwurf für einen Bildergarten - in dem jeder Kinogänger in Wiesingers imaginären Welt in einer genau festgelegten Zeit und Ordnung traumwandeln darf, und sich seinen persönlichen Assoziationen hingeben kann.

( Leonard Wolf und S. Daedalus, Dezember 2000 )


Dt. Premiere: Stuttgarter Filmwinter, 2002, Stuttgart, D

Experimentalfilm »LANDED 20X«, Deutschland 2001, 16mm, s/w, 60 min
(Version mit 20 Episoden)

Experimentalfilm “LANDED”, Deutschland 2003, 16mm, s/w, 50 min
(Version mit 16 Episoden)